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\hyphenation{a-symp-to-tisch}

\begin{document}

\title{Einblicke in die Quanteninformationstheorie}
\date{23. Januar 2008}
\author{Steffen Klemer}
\maketitle

\begin{abstract}

Die Quanteninformationstheorie beschäftigt sich mit der Speicherung, Übertragung
und Umwandlung von Informationen, die als Quantenzustände kodiert sind. Im
Moment werden vor allem Zwei-Zustandssysteme betrachtet. Einige der Ergebnisse
sind starke abhörsichere Kanäle sowie Algorithmen für die schnelle
Faktorisierung sowie die Simulation von allgemeinen Vielteilchen-Quantensystemen.

\end{abstract}

\section{Grundlagen}
\subsection{Qubit}
	\label{qubit} 
	Ein Qubit ist ein Quantensystem mit 2 orthogonalen (scharf unterscheidbaren) Zuständen, meist
	bezeichnet mit $\ket{0}$ und $\ket{1}$. Dann ist auch jede Überlagerung
	\begin{align*}
		\alpha \ket{0} + \beta \ket{1} &=: (\alpha,\beta) \\
		|\alpha|^2+|\beta|^2&= 1;\;\;\alpha,\beta \in \mathbb{C}
	\end{align*}
	ein zulässiger Zustand. Da nur die relative Phase von Interesse ist, können wir
	den Vektor als Punkt auf der Einheitskugel im $\mathbb{R}^3$, der \emph{Blochkugel},
	darstellen.
	
	Damit ist aber auch klar, dass wir für die Speicherung eines allgemeinen
	Qubits klassisch 2 reelle Zahlen, also eine unendliche Informationsmenge,
	benötigten.
	
	Beispiele für Qubits sind Spin-Systeme, Photonenpolarisationen oder Zwei-Niveausysteme
	z.B. Energien eines Atoms.
	
	Für zwei Qubits definieren wir $ \ket{\varphi} \otimes \ket{\psi}=: \ket{\varphi} \ket{\psi}=: \ket{\varphi\psi}$.
	Es ergibt sich für das Tensorprodukt:
	\begin{align*}
		\ket{\varphi}\ket{\psi} &= \alpha \ket{00} + \beta \ket{01} + \gamma \ket{10} + \delta \ket{11}
	\end{align*}
	Also 4 komplexe Zahlen mit der bekannten Nebenbedingung. Allgemein erhält man
	für $n$ Qubits $2^n$ Parameter.
	
	\frqq\emph{Hilbert Space is a big place}\flqq  -- Carlton Caves
	
\subsection{No-Cloning Theorem}
	
	\begin{satz}
	Es gibt keine Operation $U$, die jeden Quantenzustand perfekt kopiert.
	\end{satz}
	\begin{proof}[Beweis (Widerspruch)]
	Annahme:
	
	$$\exists U: U\ket{\psi}\ket{a} = \ket{\psi} \ket{\psi}$$
	($\ket{a}$ wird Hilfszustand genannt)
	
	Es gilt also
	\begin{align*}
		U \ket{0} \ket{a} &= \ket{0} \ket{0} \\
		U \ket{1} \ket{a} &= \ket{1} \ket{1}
	\end{align*}
	Nun sei $ \ket{\varphi}=\alpha \ket{0}+ \beta \ket{1}$ ein allgemeiner
	Quantenzustand, dann ist
	\begin{align*}
		U \ket{\varphi} \ket{a} &= U( \alpha \ket{0}+ \beta \ket{1}) \ket{a} \\
		&= \alpha U \ket{0} \ket{a} + \beta U\ket{1} \ket{a}  \\
		&= \alpha \ket{00} +\beta \ket{11} \\
		&\neq (\alpha \ket{0} + \beta \ket{1})(\alpha \ket{0} + \beta \ket{1}) \\
		&= \ket{\varphi} \ket{\varphi}
	\end{align*}
	Damit ist die Annahme falsch.
	\end{proof}

	Es stellt sich heraus, dass zwar keine perfekten, aber approximierende Kopierer
	möglich sind.

\section{Quantencomputing}
Alle folgenden Matrizen sind in der Basis $( \ket{0}, \ket{1})$ bzw. $( \ket{00}, \ket{01}, \ket{10}, \ket{11})$ zu lesen.

	\subsection{Ein-Qubit Operationen}
		
		Als Qubit-Operatoren (\emph{Gatter}) kommen analog zur allgemeinen Zeitentwicklung
		nur unitäre Operatoren in Betracht. Somit
		ist insbesondere aber auch die Umkehrbarkeit festgelegt. Als einfachsten
		Operator finden wir das Pendant zum klassischen NOT, die erste Pauli-Matrix:
		\begin{align*}
			X &:= 
   \begin{pmatrix}
     0 & 1 \\
     1 & 0
   \end{pmatrix}
		\end{align*}
		
		Man vergewissert sich leicht, dass gilt:
		
		\begin{align*}
			X(\alpha \ket{0} + \beta \ket{1}) &= \alpha \ket{1} + \beta \ket{0}
		\end{align*}
		
		Weiterhin definieren wir das Z, sowie das \emph{Hadamad}(H)-Gatter:
		\begin{align*}
			Z &:=  \quad \;\;\begin{pmatrix}
     				1 & 0 \\
     				0 & -1
   				   \end{pmatrix} \\
			H &:= \frac{1}{\sqrt 2 }    \begin{pmatrix}
											1 & 1 \\
											1 & -1
										\end{pmatrix}
	\end{align*}
		
	Ähnlich zum NAND-Gate in der klassischen Informatik findet man eine
	Gruppe von Gattern, aus denen sich alle anderen möglichen Gatter
	zusammensetzen lassen. Dies sind im wesentlichen 3 verschiedene Rotationen
	in der Blochkugel sowie das folgende CNOT-Gatter. Die Rotationen sind
	(zusammen mit einem Phasenshift) die Generatoren der Gruppe der 1-Qubit
	Operatoren.
	
\subsection{Mehr-Qubit-Gatter}
	
	Das wichtigste Zwei-Qubit Gatter ist das, mit dem klassischen XOR
	vergleichbare, CNOT. Seine Operation ist
	\begin{align*}
		C:\;\ket{A}\ket{B} \mapsto \ket{A}\ket{B\oplus A},
	\end{align*}
	wobei $\oplus$ die Addition modulo 2 beschreibt. In Flußdiagrammen wird
	es meist so dargestellt:
	%\includegraphics{cnot}
	\begin{center}
	\begin{tikzpicture}
		\draw (0.7,2) node[anchor=east] {$ \ket{A}$} -- (3.3,2)  node[anchor=west]  {$ \ket{A}$};
		\fill (2,2) circle (0.1);
		\draw (2,1) circle (0.1);
		\draw (2,2) -- (2,0.9);
		\draw (0.7,1) node[anchor=east] {$ \ket{B}$} -- (3.3,1) node[anchor=west] {$ \ket{B\oplus A}$};; 
	\end{tikzpicture}
	\end{center}

	Wichtig ist hierbei, dass es im Gegensatz zum klassischen XOR zwei Ausgänge
	besitzt, die die Invertierbarkeit ermöglichen. Seine Matrix-Darstellung ist:
	\begin{align*}
		C &= \begin{pmatrix}
			1 & 0 &0 & 0 \\
			0 &1 &0 & 0 \\
			0& 0 &0 &1 \\
			0 &0 & 1 & 0
		\end{pmatrix}
	\end{align*}
	

\subsection{Quantenparallelität}
	
	\textbf{Ziel:} Berechnung von $f:\, \lbrace 0,1 \rbrace \rightarrow \lbrace 0,1 \rbrace$
	
	Für jede solche Funktion $f$ finden wir einen unitären Operator $U_f$ so, dass
	\begin{align*}
		U_f: \, \ket{A,B} \mapsto \ket{A,B\oplus f(A)}.
	\end{align*}
	\emph{(Beweis siehe \cite[Sec 3.2.5]{chunie})}
	
	%\includegraphics{uf}
	\begin{center}
	\begin{tikzpicture}
		\draw (0,1) node[anchor=east] {$ \ket{0}$} -- (0.5,1) node[anchor=west] {B} (3,1) node[anchor=east] {B $\oplus f(A)$} -- (3.5,1);
		\draw (0,2.5) node[anchor=east] {$ \frac{ \ket{0}+ \ket{1}}{\sqrt 2}$} -- (0.5,2.5) node[anchor=west] {A} (3,2.5) node[anchor=east] {A} -- (3.5,2.5);
		\draw (0.5,0) rectangle (3,3.5);
		\draw (1.75,1.8) node {$U_f$};
		\draw[color=white] (5,0) -- (5.1,0);
	\end{tikzpicture}
	\end{center}
	
	Nun betrachten wir:
	\begin{align*}
		U_f \left(\frac{ \ket{0}+ \ket{1}}{\sqrt 2} \ket{0}\right) &= \frac{ \ket{0,f(0)}+ \ket{1,f(1)}}{\sqrt 2}
	\end{align*}
	Wir haben also mit einer Operation $U_f$ gleichzeitig $f(0)$ und $f(1)$ berechnet.
	Leider liegen beide Ergebnisse im überlagerten Zustand vor. Sobald wir messen,
	erhalten wir, falls die Messung des ersten Qubits 0 ergibt $f(0)$, andernfalls
	$f(1)$. Das jeweils andere Ergebnis ist verloren. Die Kunst in der Quanteninformationstheorie
	besteht nun darin, direkt mit dem überlagerten Zustand weiterzurechnen. Wie
	dies aussehen kann, sehen wir im folgenden Abschnitt. Es stellt sich heraus,
	dass sich dies auf mehrbittige Funktionen verallgemeinern lässt, wir also
	alle Funktionswerte aller Bitpermutationen durch \emph{eine} Anwendung von $U_f$ berechnen können.
	
\subsection{Deutsch's Algorithmus}
	
	\textbf{Ziel:} Berechnung von $f(0)\oplus f(1)$
	
	Klassisch wären hierfür zwei (evt. teure) Auswertungen von $f$ notwendig.
	Quantenmechanisch klappt es mit einer, wie die folgende Maschine zeigt:
	%\includegraphics{deutsch}
		\begin{center}
	\begin{tikzpicture}
		\draw (0,2.5) node[anchor=east] {$ \ket{0}$} -- (0.5,2.5) (0.5,2.2) rectangle (1.3,2.8) (0.9,2.5) node {H} (1.3,2.5) -- (1.8,2.5) node[anchor=west] {A} (4.8,2.5) node[anchor=east] {A} -- (5.1,2.5) (5.1,2.2) rectangle (5.9,2.8) (5.5,2.5) node {H} (5.9,2.5) -- (6.2,2.5);
		
		\draw (0,1) node[anchor=east] {$ \ket{1}$} -- (0.5,1) (0.5,0.7) rectangle (1.3,1.3) (0.9,1) node {H} (1.3,1) -- (1.8,1) node[anchor=west] {B} (4.8,1) node[anchor=east] {B $\oplus f(A)$} -- (6.2,1);

		\draw (1.8,0) rectangle (4.8,3.5);
		\draw (3.3,1.8) node {$U_f$};
		
		\draw[<-] (0.25,0.5) -- (0.25,-0.5) node[anchor=north] { $ \ket{\psi_0}$};
		\draw[<-] (1.6,0.5) -- (1.6,-0.5) node[anchor=north] { $ \ket{\psi_1}$};
		\draw[<-] (5,0.5) -- (5,-0.5) node[anchor=north] { $ \ket{\psi_2}$};
		\draw[<-] (6,0.5) -- (6,-0.5) node[anchor=north] { $ \ket{\psi_3}$};
	\end{tikzpicture}
	\end{center}
	
	Wir gehen sie einzeln durch:
	\begin{align*}
		\ket{\psi_0}  &= \ket{0} \ket{1} \\
		\ket{\psi_1} &= \left( \frac{ \ket{0} + \ket{1}}{\sqrt 2} \right) \left( \frac{ \ket{0} - \ket{1}}{\sqrt 2} \right)
	\end{align*}
	Bevor wir nun $\ket{\psi_2}$ berechnen, betrachten wir erst den allgemeineren Fall
	\begin{align*}
		U_f\left( \ket{A} \frac{ \ket{0}- \ket{1}}{\sqrt 2} \right) &= \ket{A} \frac{ \ket{0\oplus f(A)} - \ket{1\oplus f(A)}}{\sqrt 2} \\
		&= (-1)^{f(A)}\; \ket{A} \frac{ \ket{0}- \ket{1}}{\sqrt 2}
	\end{align*}
	Damit ergibt sich 
	\begin{align*}
		\ket{\psi_2} &= \begin{cases}
		\pm \left( \frac{ \ket{0} + \ket{1}}{\sqrt 2} \right)\left( \frac{ \ket{0} - \ket{1}}{\sqrt 2} \right) & f(0)=f(1) \\
		 \pm \left( \frac{ \ket{0} - \ket{1}}{\sqrt 2} \right)\left( \frac{ \ket{0} - \ket{1}}{\sqrt 2} \right) & f(0) \neq f(1)
		\end{cases} \\
		\ket{\psi_3} &= \begin{cases}
		\pm \ket{0} \left( \frac{ \ket{0} - \ket{1}}{\sqrt 2} \right) & f(0)=f(1) \\
		 \pm \ket{1} \left( \frac{ \ket{0} - \ket{1}}{\sqrt 2} \right) & f(0) \neq f(1) \\
		\end{cases} \\
	\end{align*}
	Mit
	\begin{align*}
		f(0)=f(1) &\Leftrightarrow f(0)\oplus f(1)=0 \text{ und} \\
		f(0) \neq f(1) &\Leftrightarrow f(0)\oplus f(1)=1
	\end{align*}
	
	
	
	erhalten wir schließlich
	\begin{align*}
		\ket{\psi_3} &= \pm \ket{f(0)\oplus f(1)} \left( \frac{ \ket{0} - \ket{1}}{\sqrt 2} \right)
	\end{align*}
	
	Wir brauchen also lediglich das erste Qubit messen und erhalten das Ergebnis der
	Addition, ohne $f$ ein zweites Mal auswerten zu müssen. Dies ist durch die 
	geschickte Umformung des überlagerten Zustandes möglich.

\subsection{Ausblick}
	
	Etwas tiefsinnigere Quantenalgorithmen existieren für die Datenbanksuche, welche
	klassisch $\mathcal{O}(n)$ sind, in $\mathcal{O}(\sqrt n)$. Peter Shor hat
	einen FFT-Algorithmus entworfen. Klassisch ist dieser für $N=2^n$ Werte in
	der Größenordnung $\mathcal{O}(n2^n)$, quantenmechanisch $\mathcal{O}(n^2)$. Auf
	Basis der FFT erhalten wir auch schnelle Verfahren für die Berechnung des diskreten
	Logarithmus und die Faktorisierung (vgl. auch \cite{shor}). Weitere wichtige Algorithmen existieren
	für die Simulation von quantenmechanischen Systemen.
	
\section{Datenübertragung}
	
	\subsection{Teleportation}
		
		Wir haben die folgende Situation: Alice und Bob haben in der
		Vergangenheit ein verschränktes Qubit-Paar $ \ket{\chi}= 1/\sqrt 2 \left( \ket{00}+\ket{11} \right)$ erzeugt und jeder eines der beiden Qubits
		mitgenommen. Nun möchte Alice Bob ein ihr unbekanntes Qubit
		$\ket{\varphi}=1/\sqrt 2 (\alpha \ket{0} + \beta \ket{1})$ übermitteln. Ihnen steht nur ein klassischer Kanal für
		die Datenübertragung zur Verfügung. Klassisch beschrieben bräuchten
		wir eine unendliche In\-for\-ma\-tions\-men\-ge (vgl. Abs. \ref{qubit}), davon
		abgesehen, dass wir bei der Messung den überlagerten Zustand zerstören würden.
		Wir denken uns also wieder eine lustige Maschine aus:
		%\includegraphics{teleport}
		
				\begin{center}
	\begin{tikzpicture}
		
		\draw (-0.1,2) node[anchor=east] {$ \ket{\varphi}$} (0,2) -- ++(0.5,0) circle (0.1) -- ++(0.5,0) +(0,-0.3) rectangle +(0.8,0.3) ++(0.4,0) node {H} ++(0.4,0) -- ++(0.5,0) +(0,-0.3) rectangle +(0.8,0.3) ++(0.4,0) node {} ++(0.4,0);
		\draw[style=dashed] (3.2,2)  -- ++(1.75,0) -- ++(0,-1.7);
		
		\fill (0.5,2) circle (0.1);
		\draw (0.5,2) -- (0.5,0.9);
		
		\draw (0,1) -- ++(0.5,0) circle (0.1) -- ++(0.5,0) +(0,-0.3) rectangle +(0.8,0.3) ++(0.4,0) node {H} ++(0.4,0) -- ++(0.5,0) +(0,-0.3) rectangle +(0.8,0.3) ++(0.4,0) node {} ++(0.4,0);
		\draw[style=dashed] (3.2,1)  -- ++(0.75,0) -- ++(0,-0.6);

		
		\draw (0,0) -- ++(3.2,0) -- ++(0.37,0) +(0,-0.3) rectangle +(0.8,0.3) ++(0.4,0) node {X} ++(0.4,0) -- ++(0.2,0) +(0,-0.3) rectangle +(0.8,0.3) ++(0.4,0) node {Z} ++(0.4,0) --  (6,0) node[anchor=west] {$ \ket{\varphi}$};

		\draw[<-] (0.2,-0.2) -- (0.2,-1) node[anchor=north] { $ \ket{\psi_0}$};
		\draw[<-] (0.9,-0.2) -- (0.9,-1) node[anchor=north] { $ \ket{\psi_1}$};
		\draw[<-] (2.12,-0.2) -- (2.12,-1) node[anchor=north] { $ \ket{\psi_2}$};
		\draw[<-] (4.47,-0.2) -- (4.47,-1) node[anchor=north] { $ \ket{\psi_3}$};
		\draw[<-] (5.6,-0.2) -- (5.6,-1) node[anchor=north] { $ \ket{\psi_4}$};
		
		\draw[->] (2.63,1.9) -- ++(0.24,0.3);
		\draw (2.9,1.87) arc (-10:160:0.22 and 0.18);
		\draw[->] (2.63,0.9) -- ++(0.24,0.3);
		\draw (2.9,0.87) arc (-10:160:0.22 and 0.18);
		
		\draw[snake=brace] (-0.1,-0.1) -- ++(0,1.2);
		\draw (-0.1,0.5) node[anchor=east] { $ \ket{\chi}$};
		
		\draw[snake=brace] (6.8,2.1) -- ++(0,-1.2);
		\draw (6.8,1.5) node[anchor=west] {Alice};
		\draw (6.85,0) node[anchor=west]	{Bob};
		
	\end{tikzpicture}
	\end{center}
		
		Die Kästen mit Zeiger stellen Messungen in der passenden Basis dar.
		Gestrichelte Linien sind klassische Kanäle. Das oberste Qubit ist das zu
		übertragende, die beiden unteren das verschränkte Paar. Die beiden oberen
		sind bei Alice, das untere bei Bob.
		
		Wieder betrachten wir das System stückweise:
		\begin{align*}
			\ket{\psi_0} =& \ket{\varphi} \ket{\chi} \\
						=& \frac{1}{\sqrt 2} (\; \alpha \ket{0} [\, \ket{0} \ket{0} + \ket{1} \ket{1}\,]+\\
						&\quad\quad\; \beta \ket{1}[\, \ket{0} \ket{0} + \ket{1} \ket{1}\,]\; ) \\
			\ket{\psi_1} =& \frac{1}{\sqrt 2} ( \alpha \ket{0}[ \ket{00} + \ket{11}] + \\
						&\quad\quad\beta \ket{1}[ \ket{10} + \ket{01}] ) \\
			\ket{\psi_2} =& \frac{1}{2} ( \alpha ( \ket{0} + \ket{1})( \ket{00}+ \ket{11})+\\&\quad \beta ( \ket{0} - \ket{1})( \ket{10}+ \ket{01}) ) \\
			=& \frac{1}{2} ( \ket{00} \underbrace{(\alpha \ket{0}+ \beta \ket{1})}_{ \ket{\varphi}} + \ket{01}  \underbrace{(\alpha \ket{1} + \beta \ket{0})}_{ \ket{\varphi_X}} \\
			&+ \ket{10} \underbrace{(\alpha \ket{0} - \beta \ket{1})}_{ \ket{\varphi_Z}} + \ket{11} \underbrace{(\alpha \ket{1} - \beta \ket{0})}_{ \ket{\varphi_{XZ}}} )
		\end{align*}
		Alice überträgt nun ihr Mess\-er\-geb\-nis, also 2 klassische Bits, an Bob.
		Dieser muss abhängig vom Mess\-er\-geb\-nis verschiedene Operationen
		auf sein Qubit anwenden. Bei $(0,0)$ braucht er nichts weiter tun,
		sein Qubit entspricht $ \ket{\varphi}$. Bei $(0,1)$ muss er die erste 
		Pauli-Matrix (X) verwenden, bei $(1,0)$ die dritte (Z) und bei $(1,1)$
		beide, um sein Qubit in den richtigen Zustand zu versetzen.
		
		Wir können also mit einem verschränkten Qubit-Paar und 2 klassischen Bits
		einen Qubit-Zustand übertragen. Die Teleportation verletzt nicht das No-Cloning
		Theorem, da das original Qubit bei der Messung \emph{\frqq zerstört\flqq}
		wird. Und auch die Relativitätstheorie bleibt intakt, da Bob erst über 
		sein Qubit bescheid weiss, nachdem Alice' Bits auf klassischem Wege bei ihm
		angekommen sind.
		
\subsection{Ausblick}
	
	Mit Hilfe des No-Cloning Theorems und ein wenig Statistik können wir
	Verfahren entwickeln, um kryptografische Schlüssel auszutauschen. Da ein
	Mithöhrer bei jeder Messung das System beeinflussen würde, würde die
	(zwangsläufig vorhandene) Fehlerrate ansteigen. Dies kann durch die 
	Veröffentlichung einiger Bits des Schlüssels durch Alice und Bob überprüft
	und der Schlüssel gegebenenfalls verworfen werden. Es gibt zwei 
	grundlegende Verfahren, eines mit und eines ohne Entanglement. Bei ersterem
	(BB84) gibt es statistische Angriffe, die dem Mithöhrer zumindest einige 
	Informationen geben.
	
	Es gibt einige Firmen, die Systeme zur quantenkryptografischen Kommunikation mit 
	Preisen auf Anfrage verkaufen. Die bekannteste ist sicherlich \cite{idq}.
	
\section{Umsetzung}
	\subsection{Übertragung}
		
		Hier wird meist die Polarisation von Photonen verwendet, die entweder
		mittels Laserpulsen oder durch Lichtwellenleiter übertragen werden.
		Ein großes Problem ist noch die Erzeugung von einzelnen Photonen (was ein 
		weiteres Angriffsziel für einen Lauscher darstellt). Wesentliche Impulse
		gingen zuletzt von der Gruppe von Anton Zeillinger\cite{zei07} aus.
	
	\subsection{Gatter}
		
		Für Quantenrechner werden zur Zeit meist Ionen oder Atome in Fallen
		verwendet, wobei das Qubit dann der Energiezustand ist. Die Operationen
		werden durch Laserpulse ausgeführt. Es sind aber auch
		Festkörperstrukturen im Gespräch. Einen Überblick bietet \cite{phyj}.
		
		2001 wurde Shors Algorithmus bei IBM mit 7 Qubits auf Kernspin-Basis realisiert und
		faktorisierte die Zahl 15\cite{van}. 2003 wurde auf einem Ionenfallencomputer der
		Deutsch-Josza-Algorithmus (eine Verallgemeinerung des hier
		vorgestellten) implementiert\cite{gui}. 2007 gab es erstmalig einen skalierbaren
		Aufbau auf der Grundlage der linearen Optik. Hier wurde mittels 4 photonischer
		Qubits ebenfalls die 15 zerlegt\cite{lu}.

\section{Fazit}
	Quantencomputer haben, wie wir gesehen haben, ein sehr großes Potential.
	Kritiker bringen oft die Schwierigkeit des Nutzens der versteckten
	Information ein. Die Algorithmen von Shor und anderen zeigen, dass es
	für sehr spezielle Anwendungen möglich ist, die Überlagerung sinnvoll
	zu nutzen. Ob es weitere solche Anwendungen gibt, muss sich zeigen.
	
	Ein sehr
	weit hergeholter Vergleich zeigt noch einmal die Mächtigkeit: Dass Moor'sche 
	Gesetz in der klassischen Informatik spricht von einer Verdopplung der
	Speicherkapazität alle 2 Jahre. Quanteninformationstheoretisch müssten wir 
	hierfür nur ein Qubit alle 2 Jahre hinzufügen.

\begin{thebibliography}{[AaaXX]}
\bibitem[Nie00]{chunie} Nielsen, M; Chuang, I.: 
  \emph{Quantum Computation and Quantum Information.}
  CUP, 2000
\bibitem[Jan05]{phyj} Janzing, D. et al:
	Schwerpunkt Quanteninformation. 
  \textit{Physik Journal} 11/ 2005
\bibitem[Bru07]{bruss} Bruß, D. et al:
	\emph{Lextures on Quantum Information.}, Wiley, 2007
\bibitem[Aar07]{shor} Aaronson, S.:
	\emph{Shor, I’ll do it.}
\url{http://scottaaronson.com/blog/?p=208}, 2008-01-12
\bibitem[Idq07]{idq} idQuantique, \url{http://www.idquantique.com/}
\bibitem[Zei07]{zei07} Publikationen der Quantengruppe der Uni Wien,  \url{http://www.quantum.at/index.php?id=40}
\bibitem[CLu07]{lu} Lu, C.: \emph{Demonstration of Shor’s quantum factoring algorithm using photonic qubits}, Physical Review Letters, 2007; auch auf \url{http://arxiv.org/pdf/0705.1684}; 2007-01-13
\bibitem[Van01]{van} Vandersypen, L et al.: \emph{Experimental realization of Shor's factorizing algorithm using nuclear magnetic resonance}, letters to nature. Bd. 414, 20/27 Dezember 2001
\bibitem[Gui03]{gui} Guide, S. et al.: \emph{Implementation of the Deutsch-Jozsa algorithm on an ion-trap quantum computer}, letters to nature. Bd. 421, 2003
\end{thebibliography}

%Das Original dieses Dokuments steht mit klickbaren Links und Quellcode auf \url{http://www.noch-mehr-davon.de/sem.shtml}.

\end{document}


